Ferien mit dem Hund

Ute Rott und Ernst Wagner-Rott GbR

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Hilfe, Silvester!

Jedes Jahr vor Silvester haben viele Hundebesitzer einen richtigen Horror davor, was heuer wieder mit ihrem armen Vierbeiner los sein wird. Manche versuchen, irgendwohin zu fliehen, wo nicht oder doch wenigstens nicht so viel geknallt wird, aber die meisten müssen irgendwie damit leben. Auf keinen Fall sollten Sie ihn allein lassen. Ihr Hund steht vermutlich Todesängste durch und einen Freund allein zu lassen, der Todesangst hat, ist kein Zeichen von großer Freundschaft. Leider gibt es nur sehr wenig Hoffnung, dass er seine Angst überwältigen wird. Aber ein bisschen erleichtern können Sie ihm diese Zeit schon.

  • Bereits 10 Tage vor Silvester machen Sie eine Kur mit Borax D3 oder D6. Geben Sie ihm 3 x täglich 1 Tablette, die im Maul zergehen muss, und achten Sie darauf, dass er jeweils eine halbe Stunde vorher und nachher nicht frisst und nicht trinkt. Bitte machen Sie diese Kur nur, wenn Sie definitiv wissen, dass sich Ihr Hund vor Knallgeräuschen fürchtet. Homöopathische Mittel können immer eine Erstverschlimmerung bewirken. Dadurch kann ihr Hund dann erst richtig Angst bekommen.

  • Vielleicht besteht die Möglichkeit, Silvester irgendwo zu verbringen, wo nicht geknallt wird. Nehmen Sie diese Möglichkeit wahr. Für Ihren Hund ist das Beste.

  • Absolvieren Sie Ihre Spaziergänge an Silvester und den Tagen davor so, dass er nicht schon vorzeitig durch Knallereien beunruhigt wird, fahren Sie mit ihm z.B. in den Wald oder aufs freie Feld

  • Halten Sie ihn in der ganzen Zeit, in der geknallt wird, an der Leine, also auch schon an den Tagen vorher. Vielleicht erschrickt er ja schon, wenn in 10 Kilometer Entfernung ein Knallfrosch losgeht, dann ist es nicht witzig, wenn er sich in der Stadt oder im Wald auf die Socken macht nach einem sicheren Platz.

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund an diesem Tag nie allein ist, immer eine vertraute Person in seiner Nähe ist und  - ganz wichtig! - dass er keine Gelegenheit hat, zu fliehen. Jedes Jahr werden zahllose Hunde im Tierheim abgegeben, die in voller Panik durch eine offene Tür entwischt sind. Wenn dann ein Unfall passiert, sind Sie als Halter auch noch haftbar.

  • Er braucht einen geschützten Platz, der so ruhig wie nur möglich ist. Wenn er den Abend im Keller oder unterm Sofa verbringen möchte, lassen Sie ihn. Wenn er schon fast stirbt vor Angst, hat es wenig Sinn, noch an ihm rumzuzerren. Er wird schon wieder rauskommen.

  • Trösten Sie ihn nicht. Er versteht nicht, was, sondern nur wie Sie es sagen. Und er wird Sie auf jeden Fall falsch verstehen. Entweder er denkt, Sie loben ihn dafür, dass er Angst hat oder er denkt, Sie haben auch Angst. Also: keine gute Idee. Bleiben Sie ruhig und texten Sie ihn nicht zu.

  • Wenn er bei Ihnen Schutz sucht, schicken Sie ihn nicht weg. Vielleicht möchte er nur ruhig bei Ihnen sitzen. Wenn er nicht aufs Sofa darf, dann sollten Sie auch jetzt keine Ausnahme machen, aber vielleicht hilft es ihm, wenn Sie sich zu ihm auf den Boden setzen und er kann sich einfach an Sie kuscheln. Streicheln Sie ihn mit langen, ruhigen Bewegung von Kopf bis Fuß, und geben Sie ihm das Gefühl, dass für Sie alles in Ordnung ist. 

  • Plagen Sie Ihren Hund nicht Geräusch-CDs. Hunde hören dermaßen gut, dass sie genau unterscheiden können, ob ein Geräusch echt ist oder aus dem CD-Player kommt. Im günstigsten Fall ignoriert er die CD, im ungünstigsten hat dann auch zu silvesterfreien Zeiten Angst.

  • Geben Sie ihm weder Schlaf-, noch Beruhigungstabletten. Sie können das Gegenteil von dem bewirken, was Sie vorhaben. Und das wissen Sie erst hinterher. Es kommt nicht so selten vor, dass die Hunde nicht wirklich schlafen, sondern hellwach sind, sich aber wegen der Betäubung nicht rühren können. Sie können dann aber auch nicht mitteilen, dass sie sich unwohl fühlen und sie können auch nicht fliehen.

  • Es kann leicht sein, dass ihr Hund nicht fressen und trinken will, aber auch, dass er sich weigert, sein großes und kleines Geschäft zu machen. Stellen  Sie ihm sein  Fressen und Trinken hin wie immer und lassen Sie ihn in Ruhe. Er wird schon nicht verhungern. Wenn die Knallerei vorbei ist, wird er Hunger und Durst haben. Wenn nicht frisst, ist es auch kein so großes Problem, wenn er sein großes Geschäft nicht macht, damit er aber nicht eine übervolle Blase hat, sollten Sie so rechtzeitig wie möglich mit ihm rausgehen, bevor die Knallerei richtig losgeht. Wenn nachts wieder Ruhe ist, sollten Sie auch noch mal versuchen, ob er wenigstens auf dem Hof oder dem Grünstreifen vor dem Haus pinkeln möchte.

  • Zwingen Sie ihn zu nichts: manche Hunde schaffen es tatsächlich bis Neujahr abends ohne Essen und Trinken und ohne Spaziergang zur "hygienischen Erleichterung" durchzuhalten. Wenn es ihn zuviel wird, wird er sich schon melden. Wenn diese Zeit in ihrer Dusche oder unter der Wohnzimmercouch verbringen möchte und Sie zerren ihn raus und zwingen ihn zu einem Spaziergang, teilen Sie ihm klar und deutlich mit, dass Sie kein Verständnis für seine Not haben und er wird sein Vertrauen ihn Sie verlieren. Das kann sich auf ganz normale Alltagssituationen übertragen.

  • Auch an Neujahr ist für viele Hunde der Horror noch nicht vorbei: Nach dem Geknalle hängt die ganze Luft voll mit Gestank. Wenn wir das schon unangenehm finden, um wie viel schlimmer ist das erst für empfindliche Hundenasen. Also tun Sie Ihrem Bello auch an diesem Tag einen großen Gefallen, wenn Sie mit ihm dort gehen, wo es nicht stinkt.

Auf alle Fälle sollten Sie selber auf Silvesterknallereien verzichten. Denken Sie an die vielen Tiere, egal ob Haustiere oder wildlebende, die bei allen unseren lauten Vergnügungen in Panik und Todesangst versetzt werden. Ihr Hund hat Glück, Sie denken an ihn und kümmern sich um ihn - andere sitzen allein in ihrem Zwinger oder eingesperrt in der Wohnung oder versuchen, irgendwo in der Welt einen geschützten Platz zu finden, und denken, jetzt geht die Welt unter. Kein schöner Gedanke. Wenn Sie etwas Gutes tun wollen, dann spenden Sie das Geld für eine gemeinnützige und wohltätige Sache. Wenn Sie das nicht möchten, dann haben Sie Geld gespart und dazu beigetragen, dass es für die Tiere an diesem Tag ein bisschen einfacher wird.

 

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