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Hunde impfen mit Verstand


Um es gleich vorweg zu nehmen: Impfungen sind eine nützliche und vernünftige Maßnahme, die die Gesundheit unserer Hunde sichert, wenn - ja wenn nicht alles maßlos übertrieben wird. Vor einiger Zeit habe ich mir die Impfpässe unserer verstorbenen Hunde angesehen, und bemerkt, dass diese sehr viel weniger geimpft wurden, als dies heute der Fall ist. Aber alle waren gesund und munter. In der Hundeszene ist aus verschiedenen Gründen seit längerem eine intensive Diskussion im Gange, ob es jetzt sinnvoll sei, Hunde überhaupt zu impfen, und wenn ja, gegen was und wie oft.

Die Vermeidung und Vorbeugung von Krankheiten durch Impfungen hat dazu beigetragen, dass uns und unseren Hunden viel Elend und Leid erspart wird, also sollte man das Impfen nicht pauschal verdammen. Nur leider werden von der Pharmaindustrie immer neue Krankheiten "ausfindig" gemacht, gegen die angeblich kein anderes Kraut als eine Impfung gewachsen ist. Ein Argument der Tierärzte für einen jährlichen Impftermin ist sicher sehr vernünftig: der Hund wird einmal im Jahr dem Tierarzt vorgestellt, er wird routinemäßig und gemäß seinem Alter untersucht und der Tierarzt kann dadurch gesundheitliche Probleme feststellen und gegebenenfalls behandeln, noch vor sie zu echten Problemen werden. Es ist nur nicht einzusehen, dass das mit zum Teil unnötigen Impfungen finanziert werden soll. Wenn Sie sich also dazu entschließen, Ihren Hund nicht mehr gegen alles und jedes zu impfen, sondern eine vernünftige Grundimmunisierung und Auffrischungen in vertretbaren Abständen vornehmen, dann sollten Sie trotzdem den jährlichen Besuch beim Tierarzt Hunde weiterhin beibehalten, auch wenn in diesem Jahr keine Impfung dran ist. Vereinbaren Sie mit ihm einen angemessenen Betrag, für den Ihr Hund seinen Jahrescheck bekommt, denn auch Ihr Tierarzt muss leben und kann Ihnen sein über Jahre erworbenes Wissen nicht einfach kostenlos und franko zur Verfügung stellen.

Durch den Impfstoff selber und durch die Adjuvantien (Beifügungen, die die Wirkung der Impfung verbessern sollen) können bei allen Tieren Nebenwirkungen ausgelöst werden, die die Impfung an sich in Frage stellen: bei Katzen ist es mittlerweile bekannt, dass sie stark gefährdet sind, ein Impfsarkom (Tumor an der Impfstelle) zu bekommen, und viele Katzen sterben daran.

Welche Impfungen sind wirklich notwendig? Wie oft sollte man was impfen?

Tollwut ist in Deutschland und Europa schon deshalb ein Muss, weil Sie sonst zum einen Ihren Hund über keine Grenze mitnehmen dürfen und zum anderen Ihr Hund sofort getötet werden kann, wenn irgendwo in der Gegend Tollwut auftritt. Mittlerweile gibt es Tollwutimpfungen, die 2 - 3 Jahre wirksam bleiben. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt, welche Impfungen er bevorzugt. Es gibt bei verschiedenen Produkten wohl gute Gründe, sie abzulehnen oder zu bevorzugen. Ihr Tierarzt sollte Ihnen das schlüssig erklären können.

Bei Staupe, Parvovirose und Hepatitis sollen Sie ebenfalls die Grundimmunisierung vornehmen. Eine jährliche Nachimpfung ist nicht unbedingt erforderlich, Sie sollten das mit Ihrem Tierarzt absprechen.

Borreliose, Zwingerhusten und Leptospirose sind Erkrankungen, die sich nicht unbedingt durch Impfungen vermeiden oder verhindern lassen. Ich möchte das am Beispiel Borreliose erläutern. Es gibt derzeit keinen Borrelioseimpfstoff für Menschen. In den USA wurde der Humanimpfstoff wegen schädlicher Nebenwirkungen vom Markt genommen. Böse Zungen behaupten, dass die Hunde die Borrelioseimpfung für uns austesten. Auch kann Ihnen niemand garantieren, dass Ihr Hund nicht an Borreliose erkrankt, da nach wie vor gegen eine Art von Borreliose geimpft wird, die am seltensten vorkommt.

Auch sind sich die Experten nicht einig, ob man den Impftiter vom Infektionstiter unterscheiden kann, falls Ihr Hund sich mit einer anderen Borrelioseart infiziert. Dann kann es u.U. unmöglich sein, dass die Erkrankung richtig diagnostiziert wird. Außerdem muss ein Hund immer erst auf Borreliose getestet werden, vor er dagegen geimpft wird. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass durch die Impfung die Krankheit zum Ausbruch kommt. Dann garantieren die Hersteller nur für eine  6-monatige Wirkung. Ihr Hund muss aber im Februar vor die ersten Zecken auftauchen, geimpft werden. Ist er dann ab August nicht mehr geschützt? Wenn so viele Dinge mehr als fraglich sind und über Jahre hinweg nicht schlüssig beantwortet werden können, sollten Sie davon Abstand nehmen. Außerdem ist diese Krankheit sowohl schulmedizinisch als auch homöopathisch sehr gut behandelbar. Und dann übertragen lange nicht alle Zecken diese Krankheit. Vorsorge ist hier immer noch die beste Sache, denn erst nach ca. 8 Stunden Saugen werden die Erreger von der Zecke an der Wirt abgegeben. Wenn Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang abbürsten und nach Zecken absuchen, ist das völlig ausreichend. Bei Hunden, die sehr stark von Zecken befallen werden oder die durch ihr dunkles und / oder üppiges Fellkleid schlecht abgesucht werden können, kann man in der heißen Phase auch mal ein Spoton-Produkt anwenden, das ihn dann gegen Parasitenbefall schützt. Ich lasse meine Hunde regelmäßig auf Borreliose untersuchen, beide sind damit infiziert, haben aber keine Krankheitserscheinungen. Denn in vielen Fällen wird der Körper auch selbst damit fertig. Um das abzusichern, bekommen meine Hunde homöopathische Präparate, die das Immunsystem stärken.

Bitte glauben Sie auch nicht das Märchen, dass sich jeder Zeckenkopf, der beim rausmachen steckenbleibt, sofort entzündet und grässliche Dinge bewirkt. Beobachten Sie so eine Stelle gut und gegen Sie zum Tierarzt, wenn sich die Stelle entzündet. In den meisten Fällen wird der Körper allein damit fertig.

Vor jeder Impfung sollten Sie folgende Maßnahmen treffen, damit die Impfung wirksam wird:

Sie sollten eine Kotprobe von 3 aufeinander folgenden Stuhlgängen Ihres Hundes auf alle Parasiten untersuchen lassen und gegebenenfalls gezielt entwurmen. Dann sollte Ihr Hund auch keine anderen Erkrankungen, z.B. Durchfall oder Erkältung haben, da jede Erkrankung das Immunsystem schwächt. Und eine Impfung ist eine "künstliche" Erkrankung, mit der der Körper fertig werden muss. Dadurch bilden sich die Abwehrkräfte im Körper, die mit künftigen Infektionen fertig werden können. Wenn Sie ihm zusätzlich etwas Gutes tun und evtl. Impfschäden verhindern oder abmildern möchten, geben Sie ihm 2-3 Tage vor und nach der Impfung täglich 3 x 5 Globuli oder 1 Tablette Thuja D 12.

Und Sie sollten daran denken: Vorsorge ist die beste Abwehr gegenüber Krankheiten. Ein Hund, der gesund ernährt wird, genügend Bewegung hat und ein glückliches und zufriedenes Leben an Ihrer Seite führt, ist weniger krankheitsanfällig als ein Hund, der schlechtes Futter bekommt, den ganzen Tag traurig im Zwinger sitzt und keine Beschäftigung hat.


Literaturempfehlung:  Monika Peichl, Hunde impfen mit Verstand, Norbert Höfpinger Verlag
 

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